KONZERT // Sa.25.4.26 // 19h // SOUNDS Of UKRAINE // Festival für ukrainische Kammermusik
Benefiz-Konzert zur Unterstützung der Ukrainehilfe
Konzertbeginn Sa.25.4.26 // Einlass: 18h
Eintritt frei – um Spenden wird gebeten
Alle gesammelten Gelder gehen vollständig an Hilfsprojekte in der Ukraine
Eine Vorreservierung per mail wird empfohlen: kontakt@o-ton.koeln
Das Festival „Sound of Ukraine“ bringt verschiedene Epochen, Stile und Musiker zusammen, die den gemeinsamen Wunsch teilen, die ukrainische Musik in Europa hörbar zu machen. Das Programm verbindet ukrainische und europäische Musik, um kulturelle Brücken sichtbar zu machen. Dieses Konzert widmet sich den Komponisten die oft als Meister der Stille bezeichnet wurden:
Valentin Silvestrov und Gia Kancheli: „Melodien der Augenblicke“ & „Briefe an Freunde“.
Das Konzert möchte daran erinnern, dass man nicht laut sein muss, um gehört zu werden.
Violina Petrychenko Klavier, künstlerische Leitung
Violina Petrychenko ist eine leidenschaftliche Pianistin, deren künstlerisches Schaffen der Bewahrung und weltweiten Verbreitung ukrainischer Musik gewidmet ist. Ihre international anerkannte Karriere führte sie von den Konservatorien in Kyjiw und Weimar zu bedeutenden europäischen Bühnen – darunter die Berliner Philharmonie sowie die Philharmonien von Luxemburg, Freiburg, Karlsruhe, Warschau, Kattowitz und Stettin.
In der Ukraine trat sie in nahezu allen großen Konzerthäusern auf, darunter die Philharmonien von Kyjiw, Lwiw, Iwano-Frankiwsk, Chmelnyzkyj, Odessa, Dnipro, Czerniwzi und Saporischschja.
Geboren in Saporischschja in eine Musikerfamilie, begann sie bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kyjiw sowie an den deutschen Hochschulen in Weimar, Köln und Essen, wo sie von Professoren wie Jacob Leuschner und Evgeny Sinaiski geprägt wurde. Meisterkurse bei namhaften Künstlern wie Pierre-Laurent Aimard, Ferenc Rados und Peter Nagy rundeten ihre Ausbildung ab.
Ihre musikalische Exzellenz wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter das Präsidentenstipendium der Ukraine, der DAAD-Preis, Förderungen der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, der Neuen Liszt Stiftung Weimar, der Anna Ruths Stiftung sowie der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.
Als Solistin und Kammermusikerin ist Violina international tätig. Sie trat mehrfach im Rundfunk auf – u. a. bei WDR, MDR, SWR, dem Bayerischen Rundfunk sowie im ZDF, und ihre Musik wurde dort regelmäßig übertragen. Ihre Festivalauftritte führten sie in zahlreiche Länder Europas, darunter nach Stockholm (Festival Ukrainischer Frühling), Kopenhagen (Copenhagen Summer Festival), Palermo (Palermo Classica), Kwidzyn (Kwidzyn Music Spring International Festival), Bayreuth (Bayreuth Piano Festival) sowie zu den renommierten Festivals Virtuosen von Lemberg und Kontraste Lemberg in der Ukraine.
Einen zentralen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet das ukrainische Repertoire – Musik, die sie mit Hingabe, Forschung und künstlerischer Leidenschaft wiederentdeckt und in die Gegenwart führt.
Ein zentrales Feld ihres Schaffens ist die Kammermusik. Violina wirkt in mehreren Ensembles – vom Duo bis zum Sextett – und verbindet in ihren Programmen klassisches Repertoire mit selten gespielten ukrainischen Werken. Mit ihrem Quintett „Las Damas“ widmet sie sich zudem den leidenschaftlichen Klängen von Astor Piazzolla und der Musik des 20. Jahrhunderts.
Bis heute hat Violina acht CDs aufgenommen, darunter Slavic Nobility, Ukrainian Moods, Barvinsky: Silent Voice, Mriyi (Dreams) – Ukrainian Hope (nominiert für den Opus Klassik), Winter Whispers, Passion for Ukraine (mit Lena Belkina) sowie die 2025 erscheinenden Alben Piano Concertos by Barvinsky and Kosenko und Piano Quintets by Barvinsky and Lyatoshynsky mit dem Phoenix String Quartet.
Neben ihrer Konzerttätigkeit engagiert sich Violina als künstlerische Leiterin und Gründerin des Festivals „Sounds of Ukraine“ in Köln, das sie 2023 ins Leben rief. Dieses Festival widmet sich der Vielfalt ukrainischer Musik und bringt sie in einem internationalen Dialog auf die Bühnen Europas.
Seit 2025 leitet sie in Lwiw die neue Konzertreihe „Barvinsky Salon“, die der Wiederentdeckung und Popularisierung der Musik von Vasyl Barvinsky gewidmet ist.
Seit Beginn des Krieges hat Violina Petrychenko ihre Bemühungen noch einmal verstärkt. Ihr Ziel ist es, die Vielfalt der ukrainischen Musik zu zeigen und ihr das Recht zu geben, gespielt und gehört zu werden. Wie der Musikkritiker Michael Zerban (O-Ton) schrieb: „Sie tritt nicht nur für sich, sondern für ihr Land auf – hier geht es um Gesellschaft und Freiheit.“
In jedem ihrer Konzerte erklingt seither mindestens ein Werk eines ukrainischen Komponisten – als Zeichen des Widerstands, der Erinnerung und der kulturellen Selbstbehauptung.
Derzeit ist Violina Petrychenko Solistin der Lemberger Philharmonie und weltweit als Konzertpianistin unterwegs.
Nazarii Pylatiuk Violine
Nazarii Pylatiuk zählt zu den bekanntesten Geigern der zeitgenössischen ukrainischen Musik. Er ist ein Musiker mit ausgeprägter künstlerischer Individualität und einem klaren musikalischen Denken. Er konzertiert regelmäßig in der Ukraine sowie auf internationalen Bühnen in Europa und den USA und ist als Interpret bekannt, dem nicht nur der Klang, sondern vor allem der Sinn der Musik wichtig ist.
Er ist Professor an der Mykola-Lysenko-Nationalen Musikakademie in Lwiw, Solist des Nationalen Hauses für Orgel- und Kammermusik der Ukraine, Träger bedeutender staatlicher Auszeichnungen und Volkskünstler der Ukraine. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf der Kammermusik. Sein Repertoire reicht von Bach bis Piazzolla und ist stets als geschlossene künstlerische Dramaturgie konzipiert. Einen zentralen Platz nimmt zudem die zeitgenössische ukrainische Musik ein: Er ist Erstinterpret und engagierter Vermittler von Werken u. a. von Myroslav Skoryk und Bohdana Frolyak.
Ein wesentlicher Teil seines Konzertlebens ist die langjährige Zusammenarbeit mit der Pianistin Violina Petrychenko. Zu ihren markantesten Projekten zählt ein Programm mit Musik von Valentin Silvestrov, darunter die erste vollständige Aufführung des Zyklus „Melodien der Augenblicke“ in Lwiw in einem durchgehenden Konzert ohne Pausen, ganz im Sinne der Konzeption des Komponisten. Diese Interpretation wurde von Musikkritikern sehr positiv aufgenommen und gilt als ein bedeutendes Ereignis für das Lwiwer Musikleben.
Valentyn Silvestrov & Giya Kancheli
Beide Komponisten spürten sehr deutlich, dass die heutige Welt immer schneller und lauter wird. Ihre Antwort darauf war leise Musik — Musik, die keine große Lautstärke braucht, um gehört zu werden. Im Programm erklingen zwei Zyklen: „Melodien der Augenblicke“ von Valentin Silvestrov und „Briefe an Freunde“ von Gia Kancheli.
Beide handeln von Momenten, die schnell vergehen, und von Menschen, die uns ein Leben lang begleiten.
„Melodien der Augenblicke“ sind Bagatellen, in denen die Melodie niemals stillsteht: Sie atmet frei, weicht aus, kehrt zurück und lebt im Raum des Rubato und innerer Freiheit.
„Briefe an Freunde“ ist Musik, die aus Theater und Film hervorgegangen ist und sich in eine sehr persönliche Ansprache verwandelt hat — schlicht, lichtvoll und zutiefst menschlich.
Sowohl Valentin Silvestrov als auch Gia Kancheli sind unsere Zeitgenossen.
Silvestrov lebt heute in Berlin, nachdem er die Ukraine infolge des Krieges verlassen musste. Kancheli ist nicht mehr unter uns, doch seine Musik bleibt als lebendige Präsenz — als eine Stimme, die die Zeit überdauert.
Dieses Konzert erinnert daran, dass man nicht laut sein muss, um gehört zu werden.
Es ist eine Musik der inneren Balance, der Aufmerksamkeit und der Würde.
