KONZERT & LITERATUR Fr. 5.12.25 // 20:30h „DER VERFÜHRER – SZYMANOWSKI – UWODZICIEL“ Danuta Gwizdalanka & Nina Gurol (Klavier)
Eine literarisch - musikalische Begegnung mit dem Werk des Komponisten Karol Szymanowski
Nina Gurol // Pianistin
Bereits früh entwickelte die Pianistin Nina Gurol eine besondere Affinität zur zeitgenössischen Musik. „Mich reizt Komplexität, das Durchdringen von Vielschichtigkeit, und ich möchte mich dorthin wagen, wo es zunächst undurchsichtig scheint, vielleicht auch irritiert“, beschreibt sie ihren künstlerischen Ansatz. Ausgebildet durch Prof. Gesa Lücker an der HfMT Köln und geprägt durch Impulse von Tamara Stefanovich, Pierre-Laurent Aimard und MariaJoão Pires verbindet sie in ihrem Spiel intellektuelle Schärfe mit pianistischer Feinfühligkeit.
Die Presse schwärmt von ihrem „geradezu hinreißend weichen, fast schmelzenden Anschlag – ganz in der großen Tradition eines Claudio Arrau“ (WZ). In langjähriger Zusammenarbeit mit dem Komponisten York Höller (Schüler von Pierre Boulez und B.A.Zimmermann) brachte sie zahlreiche Werke zur Uraufführung und kuratiert ihre Programme seither in einem durchdachten Zusammenspiel von klassischem bis zeitgenössischem Repertoire. Solistische und kammermusikalische Engagements führten Nina Gurol in renommierte Häuser wie die Kölner Philharmonie, in das Mariinsky Theater St.Petersburg oder das Guotai Arts Center Chongqing, sowie zu Festivals wie dem Beethovenfest Bonn, dem Klavierfestival Ruhr oder dem ACHT Brücken Festival für Neue Musik. Sie gewann 2022 den internationalen „HUGO“ für innovative Konzertformate und war Finalistin des Berlin Prize for Young Artists. Live-Konzertmitschnitte wurden unter anderem durch den WDR, Bayerischen Rundfunk und Deutschlandfunk veröffentlicht. Im Herbst 2025 erscheint ihr erstes gemeinsames Album mit der Cellistin Valerie Fritz, das sich neben Werken von Rebecca Clarke und Claude Debussy zwei Weltersteinspielungen von York Höllers Solo- und Duowerken widmet. York Höllers Werk „Signe ascendant“ für Klavier solo ist ihr gewidmet.
Neben ihrer Leidenschaft für die zeitgenössische Musik befasst sich Nina Gurol intensiv mit der Verflechtung von Musik, Tod und Trauer und kuratierte in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an solistischen und kammermusikalischen Konzertformaten zu diesem Themenkomplex. Als Künstlerin der TONALiSTEN arbeitet sie regelmäßig mit Jugendlichen zusammen, um zu erforschen, wie Musik mit sozialen und existenziellen Fragen des Lebens verknüpft ist.
Danuta Gwizdalanka // Autorin und Musikwissenschaftlerin
Danuta Gwizdalanka, ist in Posen geboren, sie lebt seit über 20 Jahren in Altenkirchen. An der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań hat Danuta Gwizdalanka Musikwissenschaft und Anglistik studiert. Sie promovierte zum Thema „Aspekte des Klangs in den Streichquartetten Beethovens“.
Von 1981 bis 1991 arbeitete sie am Teatr Wielki in Poznań, sowie an der Feliks Nowowiejski Musikakademie in Bydgoszcz. Im Jahr 1995 hielt sie ein Seminar zum Thema „Polnische Musik nach 1945“ an der Michigan Universität in den USA
In den 1980er Jahren begann sie sich mit dem Thema der Ökologie der Musik zu beschäftigen, unter anderem mit der Übersetzung eines Fragments von R. Murray Schafers Buch „Tuning of the World“, außerdem schrieb sie eine Reihe von Artikeln in der polnischen Musikzeitschrift „Ruch Muzyczny“. Mit der Veröffentlichung ihres Werkes Muzyka i płeć (Musik und Geschlecht, Krakau 2 001 führte sie ein bis dahin fehlendes Genderkonzept in die polnische Musikliteratur ein.
Gwizdalanka ist Autorin von Biographien der Komponisten Witold Lutosławski, Karol Szymanowski und Mieczysław Weinberg sowie der Pianistin und Komponistin Maria Szymanowska. Außerdem verfasste sie Werke zu den gesellschaftlichen Aspekten der Musikkultur, bspw. Muzyka i polityka (Musik und Politik, Krakau 1999) und auch einen Kammermusikführer. Auf der Internetplattform MUGI – Musik und Gender im Internet veröffentlichte sie vier Beiträge.Musikwissenschaftlerin. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen ein vierbändiges Lehrbuch für Musikgeschichte, ein Kammermusikführer, Bücher über gesellschaftliche Aspekte des musikalischen Lebens (so über Musik und Politik, Musik und Geschlecht) sowie Biographien der Komponisten Mieczysław Wajnberg und – gemeinsam mit Krzysztof Meyer – Witold Lutosławski (Wege zur Meisterschaft, Saarbrücken 2014). Die Autorin gehört in Polen zu den populärsten Musikhistorikern des Landes, tritt im TV, Radio und in Podcasts auf.
Margaux Kier, Moderatorin (Schauspielerin, Sängerin)
Margaux Kier // Moderation
stammt aus Bydgoszcz / Polen und ist Schauspielerin und Sängerin u.a.im international besetzten Jazzensemble Margaux & die BANDiten, die als Grenzgänger zwischen Weltmusik, Chanson, Jazz, Theater und Literatur, sich als Brückenbauer zwischen ihren Heimatländern versteht.
Margaux engagiert sich ehrenamtlich für den polnisch-deutschen Dialog, für Weltmusiker in Köln, für den Kinderschutz und nun intensiv für die Ukraine – “Art against war”.
Gefördert von: Senat der Republik Polen, Generalkonsulat RP in Köln, Kulturamt Köln, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Europolis Köln e.V.
