LESUNG // SO.6.9.2026 // 18h // Hörbuchprojekt: „Albert Göring? Nie gehört!“ Hermanns Bruder // Sprecher: Olaf Reitz // Regie: Michael Wehrhan
„Albert Göring? – Nie gehört. Hermann Göring, ja den kenne ich, aber Albert? Nein.“
„Das war die Standardantwort – und sie ist es bis heute – wenn ich jemanden fragte, ob er oder sie Albert Göring kenne. Und offen gestanden: Es ging mir genauso, bis mir vor einiger Zeit das Buch „Hermanns Bruder – Wer war Albert Göring?“ des jungen australischen Ökonomen William Hastings Burke in die Hände fiel. An sich ein wenig spektakulärer Titel, der kaum mehr versprach, als ein weiteres biographisches Werk über ein Mitglied des erweiterten Kreises der Nazientourage zu sein. Albert Göring, der Bruder Hermann Görings eben. Ich las das Buch trotzdem und entdeckte ein bisher fast unbekanntes und atemberaubendes Stück Zeitgeschichte auf der einen und die Geschichte eines ungleich – gleichen Brüderpaares auf der anderen Seite“. M.T. Wehrhan (Regisseur)
Unterschiedlicher können zwei Brüder nicht sein. Der eine, Hermann Göring, schließt sich begeistert Hitler an und macht in dem mörderischen Regime der Nationalsozialisten Karriere. Der andere, sein Bruder Albert Göring, verachtet die Unmenschlichkeit der Nazis. William Hastings Burke hat sich auf die Spuren des 1966 in München verstorbenen Albert Göring begeben und akribisch seine weitgehend unbekannte Lebensgeschichte recherchiert. Albert Göring hat während des Nazi-Regimes mit dem tschechischen Widerstand zusammengearbeitet und vierunddreißig Menschen das Leben gerettet, indem er ihre Ausreise aus Deutschland oder Österreich organisierte und nicht selten auch finanzierte.
Beginn: 18:00h // Einlass: 17:00h
Eintrittspreise:
15 € (Normalpreis, Solidarzuschlag möglich = 20€)
10 € (Ermäßigt ohne Nachweis)
5 x kostenlos (Solidarität-Tickets, ohne Nachweis)
Karten-Reservierung per mail empfohlen (Tickets an der Abendkasse):
Die Lesung dauert etwas mehr als eine Stunde. Es liest Olaf Reitz, der auch den Hauptteil des Hörbuches eingesprochen hat. Moderiert wird die Lesung von Michael T. Wehrhan. Nach der Lesung stehen Regisseur und Sprecher für ein Gespräch zur Verfügung.
Sprache braucht Raum. Körper. Zeit. Das ist keine Theorie – das ist die Grundlage, auf der Olaf Reitz seit Jahrzehnten arbeitet.
Als Sprecher, Schauspieler und Theatermacher bewegt er sich zwischen Studio, Bühne und öffentlichem Raum, arbeitet konsequent an den Rändern. Nicht im Sinne von Nische, sondern im Sinne von Grenzraum – zwischen Literatur und Performance, zwischen Bühne und Straße, zwischen Stimme und Raum – genau diese Zwischenräume interessieren ihn. Wo Sprache auf Architektur trifft. Wo ein Text plötzlich eine Straßenecke bewohnt. Wo eine Stimme mehr ist als ein Klang. Olaf Reitz nimmt sein Handwerk ernst und ist bereit, die naheliegende Lösung in Frage zu stellen.
