MATINEE KONZERT // So. 14.6.2026 // 11:30h „Roots of Possibility“ catinblack ensemble

Category : Konzerte

Roots of Possibility

foto@Rebecca ter Braak

Das Roots of Possibility vereint verschiedene Werke, die sich auf sehr unterschiedliche Weise Fragen nach Identität, Struktur und Wirklichkeit stellen. Hierarchie, Erinnerung, Dialog, Erdung und Aufbruch erscheinen dabei nicht als feste Begriffe, sondern als Prozesse in Bewegung. Das Patchwork of Surprise präsentiert ein musikalisches Mosaik aus Zitaten früherer Werke des bulgarischen komponisten, die in einer eigenen Dramaturgie arrangiert wurden.

Die iranische Komponistin Shariatzadeh beschäftigt sich im Roots mit Fragen von Ursprung und Zugehörigkeit. Das tiefe Streichtrio zeigt Vergänglichkeit als Rückbindung an die Materie, wie ein langsames Ausatmen und Loslassen, und baut einen Klangraum, der die Tiefe der Erde sucht. Einen anderen Raum, gefüllt mit verschiedenen Klangflächen, tiefen sowie hochmetallischen Klängen, bietet das Stück mit dem Titel Armchair (2025) des australischen Komponisten Victor Arul. Die Musik des Abends bringt auch andere Kontraste wie Argumente und Gegenargumente, Wendungen und Annäherungen in dem Stück Pro et Contra der russischen Komponistin zum Ausdruck. Es ist ein langer, offener Prozess ohne Lösung. In diesem Prozess wird nicht nur Aktion präsentiert, sondern auch das Zögern. Die Spannung in Klang und Erfahrung des Nicht-Eintretens, ein unbeantwortetes Dasein. Eine hörbare Erwartung in dem Stück Cette porte ne s’ouvre pas chinesischer Komponistin Jiaying He. Das neu komponierte Werk von Rachel C. Walker Werk Our Meeting Is the Flight of Stars Breaking Free from Their Orbits das auf einer computergenerierten Grafik über Hierarchien basiert. Strukturen werden in Klang übersetzt, Ordnungen geraten ins Wanken und Linien verlassen ihre vorgezeichneten Bahnen. Wie Sterne, die sich aus ihren Umlaufbahnen lösen. Die Werke verbindet Spiel, Freiheit und Erinnerung in der Gegenwart. Jedes Stück hinterfragt auf seine Weise verschiedene Systeme, Formen, klangliche Hierarchien oder nur Gedanken. In Roots of Possibility öffnet catinblack einen Raum fürs Hören, Nachdenken und Erleben.

Matinee – Konzertbeginn: 11:30h 

Einlass: 10:30h (Kaffee gratis für alle)

Eintritt: 9€ (5€ ermässigt)

Vorreservierung per mail wird empfohlen: catinblackensemble@gmail.com

Tickets am Eingang

catinblack ensemble ist ein internationales tiefes Streichtrio (Bratsche, Cello und Kontrabass), das sich dem vielfältigen Spektrum und architektonischen Klangwelten der zeitgenössischen Musik widmet. Das in Essen ansässige Ensemble besteht aus Musikern mit unterschiedlichen globalen Hintergründen und hat in kurzer Zeit eine einheitliche Sprache entwickelt, die durch tieffrequente Resonanz und ein gemeinsames Bekenntnis zur Musik unserer Zeit geprägt ist.

Das Repertoire des Ensembles erforscht die klanglichen Möglichkeiten dieser besonderen Besetzung. Ihre technische Präzision und ihr Engagement für Innovation führen sie auch zu Workshop-Tätigkeiten und Ensemble-Residenzen. Im Jahr 2025 war catinblack Ensemble an der Harvard University in Boston. In diesem wegweisenden Jahr brachte das Trio zudem mehr als zehn neue Kompositionen zur Uraufführung und erweiterte damit maßgeblich den zeitgenössischen Kanon für tiefe Streicher.

Das ensemble legt den Fokus auf die enge Zusammenarbeit… mit führenden, visionären Komponisten. Im Jahr 2023 brachte catinblack das einstündige Werk being-sent für singendes tiefes Streichtrio zur Uraufführung, das der Komponist Jonah Haven für sie schrieb. Im selben Jahr arbeiteten sie mit Chaya Czernowin an ihrem Werk Poetica zusammen und nahmen dieses am renommierten IRCAM-Institut in Paris auf. Ihr breitgefächertes Repertoire umfasst zudem Werke von Komponisten wie Elena Firsova, Michael Edwards und Hans Tutschku sowie vielen anderen.

Jenseits internationaler Bühnen kuratiert das Ensemble eine eigene Konzertreihe in Essen, in der es mit neuen Aufführungsformaten experimentiert und die aktive Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern sucht. Durch die Konzentration auf die taktilen und resonanten Qualitäten des tiefen Streicherspektrums entwickelt catinblack kontinuierlich neue Klangwelten, die ebenso präzise wie tiefgründig sind.

Sofia von Atzingen

Sofia von Atzingens Begeisterung für zeitgenössische Musik führte sie zu einem Studium im Fach Neue Musik bei Barbara Maurer an der Folkwang UdK sowie zu einer Promotion über B. A. Zimmermann an der UFMG. Seit 2022 ist sie Bratschistin des renommierten Ensembles Recherche, mit dem sie als Solistin und Kammermusikerin auftritt. Zudem ist sie Gründungsmitglied des catinblack ensemble, einem Streichtrio aus Viola, Violoncello und Kontrabass. Sie trat bei den bedeutendsten Festivals Europas auf, darunter dem Ultraschall Festival Berlin, dem Achtbrücken Festival, dem NOW! Festival, den Wittener T agen für Neue Kammermusik, den Salzburger Festspielen, der Musica Nova Helsinki, dem ECLAT Festival Neue Musik und vielen anderen. Darüber hinaus war sie auf internationalen Konzertreisen in Finnland, Korea, Japan, Griechenland, Schweden, Italien, Slowenien, Österreich und den USA unterwegs.

Ema Grčman

Ema Grčman ist eine vielseitige Musikerin und Violoncellistin aus Slowenien. Sie absolvierte ihre Ausbildung bei renommierten Cellisten und Pädagogen wie Valter Dešpalj, Julian Arp, T orleif Thedeen und Thomas Demenga. Als leidenschaftliche Kammermusikerin hat sie bereits bei einigen renommierten Musikfestivals gespielt, darunter dem Stift Festival, dem Enescu Festival, dem Ljubljana Festival und dem Davos Festival. Ema hat ein breites musikalisches Spektrum und tritt in verschiedenen Musikbereichen mit Klassikern und Jazzmusikern auf. Sie ist in der zeitgenössischen Musikszene sehr aktiv und trat in verschiedenen Ensembles auf, darunter catinblack ensemble, Trio Lys und Ensemble Aurōrae. Zu ihren denkwürdigsten Konzerten zählt ihr Debüt in Ljubljana, bei dem sie das berühmte Doppelkonzert von Johannes Brahms mit den Slowenischen Philharmonikern aufführte. Sie war Mitglied der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein und spielte häufig mit dem O/Modern  Chamber Orchestra, dem Folkwang Kammerorchester , dem Symphonieorchester Bern und dem Norwegischen Rundfunkorchester.

Javad Javadzade

Javad Javadzade ist ein multidisziplinärer Künstler , der als Kontrabassist, Bassgitarrist, Improvisator und Fotograf arbeitet. Er studierte an der Uzeyir Hajibeyli Baku Music Academy und absolvierte anschließend sein Master- und Konzertexamen an der Folkwang Universität der Künste in Essen bei Prof. Niek de Groot. Im Rahmen seines Konzertexamens spielte er die Uraufführung von Elena Firsovas Kammerkonzert für Kontrabass und Streicher mit den Bochumer Symphonikern und gab ein Rezital mit neuen Werken von Michael Edwards, T amon Yashima, Günter Steinke und Sebastian Gramss. Javad wurde im Jahr 2020 mit einem Soloprogramm zeitgenössischer Werke für Kontrabass für die Reihe WDR 3 Campus Konzert ausgewählt. Seit 2024 ist er Solokontrabassist des Folkwang Kammerorchesters Essen.

Programm:

Golnaz Shariatzadeh – root (neue Fassung 2026)
Jiaying He – Cette porte ne s’ouvre pas (2025)
Rachel C. Walker – Our meeting is the flight of stars breaking free from their orbits (2026)
Victor Arul – Armchair (2025)
Firsova trio – Pro et Contra (2022)
Bojidar Spassov – Patchwork of Surprise (2026)

# 23. April 2026: Workshops mit Studierenden der Kompositionsklassen an der

Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf

#18. –22. Mai 2026: Zwei Konzerte mit 5 Uraufführungen im Rahmen des Baku Contemporary

Music Days Festivals und ein Workshop für Studierende der Kompositionsklassen an der Baku

Music Academy in Aserbaidschan.

# 22. Mai 2026: Konzert in der Szene 10 in Essen.

# 5.–7 . Juni 2026: Konzert mit neuer Uraufführung bei dem Sofia Music Weeks Festival in Sofia,und Workshop für Studierende der Kompositionsklassen an der Musikakademie Sofia, Bulgarien

# 13. Juni 2026: Auftritt beim open.form T ag der Neuen Musik in Düsseldorf mit drei neuenUraufführungen

# Oktober 2026: Studioaufnahmen für das Projekt is this it? in Essen.

# 30. November 2026: Premiere des Projekts is this it? is this it in der Alten Feuerwache Köln

# 1. Dezember 2026: Zweite Aufführung des Projekts is this it? is this it in der Neuen Aula der Folkwang UdK in Essen.

#Februar 2027: Konzert mit dem Werk is this it? Auf einem Festival in Deutschland zusammen mit den Ensembles SMASH.duo und Kollektive UNRUHE, der Podium-InSzene Förderung des Deutschen Musikrats.

# 26.–28. März 2027: Aufführung des Projekts is this it? beim Lisboa Incomum Festival in Portugal

# August 2027: Experimentalstudio SWR-Residenz und Uraufführung eines neuen Werkes desKomponisten Matthias Krüger.

# Herbst 2027: Aufführung des is this it? Projekts bei Arte no T empo Festival in Portugal.

Design: Merle Tebbe
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